Rezensionen
Seele am rechten Fleck (Regula Fuchs, der Bund, http://www.derbund.ch/)
Der Blick in die Vergangenheit ist in den letzten Jahren zu einem bevorzugten Stilmittel musizierender Pop-Artisten geworden � und mitunter beschleicht einen das Gef�hl, es gebe nichts Neues mehr unter der Sonne. Dass der Blick zur�ck aber auch durchaus erfreuliche Musikstr�mungen wieder ans Tageslicht holen kann, beweist die Band Magnetfisch. Entstanden ist das Projekt bereits 1998 als Duo: Patrick Scherrer und Timoth�e Barrelet huldigten zun�chst rein instrumental dem New Wave der fr�hen Achtzigerjahre. Ein paar Jahre sp�ter kam mit Rolf Althaus ein Bassist mit an Bord, 2004 dann S�ngerin Seline Kunz. Und im Fahrwasser von Magnetfisch fanden sich nun auch vermehrt poppigere, melodi�se Elemente, welche die zarten elektronischen Beats zu einer neuzeitlichen, melancholisch-lieblichen Popmusik erg�nzten. Nun steht in Bern die Release-Party des letzten August ver�ffentlichten Albums an. Die linde Melancholie, das aparte Wechselspiel zwischen Elektronik und Gitarren, die unterk�hlte Sch�nheit von Seline Kunz� Stimme: Bei �Body on the Left, Soul on the Right� handelt es sich um Musik, die ihre Seele auf dem rechten Fleck hat.
Tauchen in elektronischen Klangwelten (David Loher, Berner Kulturagenda, http://www.kulturagenda.be/)
Im grossen Aquarium der Berner Musikszene schwimmen allerlei Fische. Da gibt es einmal die grossen, die alle kennen und an denen niemand vorbeikommt. Dann hat es schillernde, die kurz auftauchen und gleich wieder verschwinden. Schliesslich gibt es ganz viele unscheinbare, die einfach da sind und nie auffallen. Ein Fisch hingegen, der hier nirgends so richtig hinpasst, heisst Magnetfisch. Er ist weder besonders gross, noch schillernd oder besonders unscheinbar. F�r all diese Schubladen ist er vielleicht einfach zu alt. Seit Jahren zieht er unerm�dlich seine Kreise, mal mehr im Blickfeld des Publikums, dann wieder mehr im Untergrund, um irgendwann verwandelt und doch unverkennbar gleich wieder aufzutauchen. Die Anf�nge von Magnetfisch verlieren sich irgendwo in den 90er-Jahren, als der Gitarrist Patrick Scherrer und der Keyboarder Timoth�e Barrelet ein Elektropop-Duo mit dem Namen Illusion perdue? gr�ndeten. Einige Jahre und zwei Alben sp�ter stiess Bassist Rolf Althaus dazu und erweiterte die Band, mittlerweile unter dem Namen Magnetfisch bekannt, zum Trio. Weg von der Hintergrundmusik Magnetfisch blieb rein instrumental � bis 2004 die Basler S�ngerin Seline Kunz der Band ihre Stimme lieh. Das gab der Musik eine neue Richtung: weg von den elektronischen Klanglandschaften und hin zu griffigeren Songstrukturen, die durchaus auch tanzbar sein d�rfen, ohne jedoch die elektronischen Anf�nge ganz zu vergessen. Als ein erstes Produkt erschien 2005 die Single �Botox�, die es auch in die Radiostationen schaffte. Beim Z�rcher Alternativradio LoRa erhielt die Band sogar eine Livesession. Seit mit Kunz aus Magnetfisch ein Quartett wurde, gewannen die Songs an Profil und wurden zug�nglicher. Doch wieder vergingen einige Jahre, Auftritte an Open Airs und auf Konzertb�hnen in der ganzen Schweiz, bis letzten Sommer mit �Body on the Left, Soul on the Right� das aktuelle Album fertig wurde. �Uns zeichnet die Best�ndigkeit aus�, meint Bassist Rolf Althaus mit Blick auf die lange Bandgeschichte. Das bedeutet auch, dass sich das Programm von Magnetfisch kontinuierlich weiterentwickelt. �Wir haben mit der neuen CD nicht ein komplett neues Programm entworfen, sondern unser Repertoire ausgebaut�, so Althaus. Einige Songs haben ihren Testlauf vor Publikum bereits hinter sich � und �berzeugten. Dass Magnetfisch nicht allj�hrlich eine Platte auf den Markt wirft, sondern sich Zeit l�sst, hat unter anderem damit zu tun, dass alle Bandmitglieder nicht nur Musiker sind. Althaus beispielsweise ist vor allem auch Klimawissenschafter und hat k�rzlich sein Doktorat abgeschlossen. Da versteht es sich von allein, dass die Musik gelegentlich in den Hintergrund tritt. Gerade in solchen Phasen, in denen man wenige Auftritte absolviert, wird der Proberaum gewissermassen zum Kreativlabor, in dem man an neuen Sounds und Ideen t�ftelt. �Wir sind �ber all die Jahre auch einfach gute Freunde geworden�, erz�hlt Althaus. �Wenn einmal musikalisch nicht so viel l�uft, trifft man sich trotzdem gerne im Bandraum.� An der Plattentaufe im Ono z�hlt aber wieder einzig die Musik. Dann heisst es f�r das Publikum tief Luft holen und zusammen mit Magnetfisch eintauchen in die elektronischen Klangwelten von �Body on the Left, Soul on the Right�.
Milna Nicolay, Taxi Magazin, (http://taximagazin.ch)
Interessante, leicht unterk�hlte Musik, die dennoch treibt. Zur Sympathie tr�gt die glaskare und manchmal filigrane Stimme der S�ngerin Seline Kunz bei. Verkauft werden Magnetfisch (Timoth�e Barrelet: Keyboards, Patrick Scherrer: Guitar, Rolf Althaus: Bass) als New Wave wie er in den fr�hen 1980er geliebt wurde. Empfinde ich nicht so, denn daf�r hat diese Musik zuviel Gef�hl. Eher in der Kategorie intelligenter Elektro-/Synthiepop. Ob tanzbar, hab ich noch nicht ausprobiert, aber zum Anh�ren auf jeden Fall angenehm.
Sandy, Trespass Crew (www.trespass.ch)
Eigentlich habe ich mir noch nie Gedanken gemacht, ob mein K�rper links oder rechts ist. Er ist doch genau in der Mitte, und die Seele �berall. Die Berner Elektro-Pop-Band Magnetfisch hat es genau definiert: Der K�rper ist links, die Seele rechts! Ich versuche nun, mein Gef�hle auf dieser richtigen Seite zu platzieren und mich so an ihre Musik anzust�pseln. Und hoppla, in dieser Stellung magnetisieren die vier Fische viel ausgepr�gter, als beim ersten ganzheitlichen Hinh�ren. Der instrumentale, programmierte Keyboard-Sound von Timoth�e Barrelet wird durch die klare Stimme der Baslerin Seline Kunz aufgehellt. Auffallend ist, dass sich die Gitarren- und Bass-Riffs ungew�hnlicherweise immer wieder in den Vordergrund dr�ngen und so die eher nerv�sen, elektronischen Kl�nge beruhigen. Gitarrist Patrick Scherrer hat �brigens zusammen mit Timoth�e vor elf Jahren das damalige Duo gegr�ndet. Seline und Bassist Rolf Althaus sind sp�ter dazu gestossen. Das aktuelle, bereits vierte Album �Body on the Left, Soul on the Right� ist das erste, das die vier Musiker zusammen aufgenommen haben. Eine spannende Mischung von New-Wave-Elektro, melodi�sem Gesang und bekannten Gitarrenkl�ngen, die es da zu entdecken gibt. Wichtig ist aber, dass man f�r die Magnetfisch-Exkursion die Seele rechts tr�gt.
Alexander Pohle (www.backagain.de)
Alle paar Jahre erscheint eine neue CD der Schweizer Band MAGNETFISCH, man kann zwar nicht die Uhr danach stellen, aber man kann immer davon ausgehen, aufregende neue Musik zu h�ren zu bekommen. Nach den instrumentalen Anf�ngen hat man seit dem 2005er Album �Botox" eine S�ngerin mit an Bord und damit hat sich die Musik nat�rlich ein bisschen ver�ndert. Nicht nur durch den Gesang� Bisher konnte man MAGNETFISCH immer leicht und locker ins Genre New Wave einordnen, gerne verglichen mit alten Helden wie The Cure, And Also The Trees oder The Durutti Column. Inzwischen gibt es neben den typischen Gitarrenkl�ngen aber auch mehr elektronische Spielereien zu h�ren und die Rhythmen orientieren sich hier und da an moderneren Kl�ngen. Dazu wie bereits gesagt der Gesang, was dem Ganzen eine gewisse Popnote verleiht. Nat�rlich bleiben die New Wave-Urspr�nge erhalten, wobei der Fokus nun auch Post Punk im Stile von Pigbag (vor allem beim Bass-Spiel) einschlie�t. Dass die Band ihre Wurzeln nicht vergessen hat und immer noch liebt, zeigt ein And Also The Trees-Cover mehr als deutlich. Insgesamt klingt das neue Album etwas locker-flockiger als die Vorg�nger und ich bin mir ziemlich sicher, dass die MAGNETFISCH-Leute auch die Platten von Nouvelle Vague m�gen, auch, wenn sie stilistisch nat�rlich nicht in Richtung Bossa Nova oder Easy Listening tendieren. Warum MAGNETFISCH nicht l�ngst viel bekannter sind, ist mir nicht ganz klar, an den Songs und der Produktion der Platten kann es nicht liegen. Und wenn die Leute einer Band aus der Schweiz heutzutage noch misstrauen und die deswegen links liegen lassen, ist das mehr als armselig. Weg vom reinen Gitarren-Wave hin zu sch�nem Wave-Pop, der hier und da an die 90er Jahre Band Passion Noire aus Deutschland erinnert�das ist schon mehr als okay. (A.P.)
grid (www.out-of-space.ch)
Haupts�chlich beeinflusst vom Electropop und der generellen musikalischen Stimmung der Achziger- und fr�heren Neunzigerjahre, wenden sich Magnetfisch auch mit ihrem neuen Album Body On The Left, Soul On The Right nicht von dieser �ra ab. Wer genau hinh�rt, pickt wohl hie und da immer mal wieder ein St�ckchen New Wave, ein St�ckchen The Cure-M�ssige Gitarre oder �hnliches auf. Aber dennnoch kann man das "Pop" in der Beschreibung "Electropop" nicht weglassen. Die dritte LP der berner Band vereinigt einige Stile und Stimmung in sich. So hat die S�ngerin Seline Kunz eine sehr sch�ne Stimme, die ohne weiteres auch im Trip Hop zuhause sein k�nnte, wenn die Anzahl BPM f�r einmal nur halb so hoch w�re. Hier klingt ihr Gesang recht reif, durch die gef�lligen Melodien aber auch (nicht abwertend gemeint) recht poppig. Einige der Song fallen aber erst wirklich auf, wenn sie ein wenig vortgeschritten sind. So zum Beispiel das Titelst�ck "Body On The Left, Soul On The Right", welches mit (gesampelter?) Gitarre beginnt, die dann ein wenig sp�ter vom Beat unterst�tzt wird. Doch dann wird die Musik wieder heruntergeschraubt, um dann St�ck f�r St�ck wieder hochgefahren und zusammengebaut zu werden. Sehr sch�n gemacht, mit diesem kleinen �berraschungseffekt. Der n�chste Track ist dann (f�r manche vielleicht auch eine kleine �berraschung), in deutscher Sprache benannt. "Eine Frage der Atemtechnik" ist jedoch ein Instrumentalst�ck, so dass es bei der deutschen Sprache im Titel bleibt (das selbe gilt �brigens f�r zwei weitere Titel in deutscher Sprache "Absolut Windig" und "Auf Zum Letzten Gefecht"). Selines Stimme ist aber dennoch zu h�ren, einfach ohne Text. Sowieso ist dieser Track einer der sch�nsten auf dem Album; atmosph�risch und ausdauernd. Vom Pop weg bewegt sich die Musik immer mal ein wenig, denn hie und da wurden immer wieder kleinere Dissonanzen eingebaut, einzelne Instrumente im Hintergrund, die feine, harmoniefremde Kl�nge einstreuen oder gar nur ein wenig "schwimmen" (wie z.B. in "China"). Dies nimmt der Musik die Sterilit�t und K�nstlichkeit, unter der Electropop sonst vielmals leidet. Aber da auf dem Album einige "organische" Instrumente vertreten sind, war diese Gefahr sowieso nie sehr gross. Generell kann man sagen, dass Magnetfisch immer eine sehr ausgewogene Mischung aus elektronischen und "konventionellen" Instrumenten einsetzt. Von einer Band, die als ihre musikalischen Wurzeln jene Zeit von The Cure, And Also The Trees (von denen das Cover "Roulette" stammt) und New Wave-Bands angibt, k�nnte man ein �beraus d�steres Album erwarten. Die D�sterkeit findet man hier jedoch nur ansatzweise, und meistens mit einem gleichzeitigen Augenzwinkern. Ironischerweise �berzeugen vor allem einerseits der Gesang von Seline und andererseits die Instrumentalst�cke. Der Gesang wurde sehr sch�n und mit einigem Augenmerk auf Overdubs etc. eingespielt, und bei den Instrumentalst�cken k�nnen die Instrumente loslegen, ohne auf Refrain-Strophen-Abfolgen R�cksicht zu nehmen. Body On The Left, Soul On The Right ist auf jeden Fall ein gelungenes , sorgf�ltig produziertes und vielschichtiges Album, welches nicht nur auf den ersten Blick gef�llt.
Alexander Pohle (www.backagain.de)
MAGNETFISCH gibt es nun schon seit 1998 und aus einem Duo, das reine Instrumentalmusik gemacht hat, die ihren Ursprung im New Wave der fr�hen 80er Jahre hat, ist nach zwei sehr sch�nen CD-Alben inzwischen eine komplette Vier-Leute-Band mit S�ngerin geworden, die ihre Wurzeln aber immer noch deutlich h�ren l�sst und diese auch �berhaupt nicht verleugnet. Durch die S�ngerin Seline Kunz wurden aus den instrumentalen Kompositionen richtige Songs, die durchgehend Ohrwurmqualit�t haben und unter Liebhabern von gutem altem New Wave so einige Liebhaber finden sollten. Selber bezeichnet die Gruppe ihren Sound als Elektropop. Obwohl die Musik in ihrer Struktur zwar schon elektronisch ist, sehe ich pers�nlich aber eher die pr�gnanten Gitarrenkl�nge im Vordergrund, die an Gr��en wie The Durutti Column, And Also The Trees und The Cure erinnern. Diese Gitarren sind es, die mich inzwischen zu einem richtigen Fan der Musik gemacht haben. Die angenehme Stimme von Seline Kunz tut ihr �briges, um �Botox� zu einer sehr sch�nen CD-Single zu machen und gespannt auf weiteres Material zu warten. Unaufdringlicher, melodi�ser New Wave, wie man ihn heute leider nur noch selten h�rt.
J�rg David (www.synthiepop.de)
Nur wenige Bands schaffen es sich wirklich und ernsthaft weiter zu entwickeln. Bei den meisten bleibt die Weiterentwicklung in der Tatsache stecken, dass nur an Erfahrung dazu gewonnen wurde aber keinerlei ernstzunehmender Fortschritt stattgefunden hat. Eine erw�hnenswerte Ausnahme sind da die inzwischen zum Quartett zusammengewachsene Band Magnetfisch. Dass Magnetfisch eindringliche, ruhige und melodi�se instrumentale Arrangements auf die Beine stellen k�nnen, haben sie in der Vergangenheit ausdrucksvoll bewiesen. Neben dem urspr�nglichen Gr�ndungs-Duo Timoth�e Barrelet (Keyboards, Programmierungen) und Patrick Scherrer (Gitarre) gesellen sich Bassist Rolf Althaus und die S�ngerin Seline Kunz. Seline Kunz gibt den Songs von Magnetfisch endlich ein stimmungsvolles Gesicht und erg�nzt die instrumentalen Kompositionen mit einer wunderbar einflie�enden Stimme. Magnetfisch schaffen mit ihrer Art der Verbindung von Gitarre und Keyboard inzwischen fast eine eigene Sparte in den weit verzweigten Welten zwischen Elektropop und dem New Wave. Der Titelsong "Botox" wirkt auf seine harmonische Art leicht treibend und verdeutlicht bereits die einpr�gende Stimme von Seline Kunz. "Poisonous Trace" ist meiner Meinung nach der beste Song dieser Single, da er durch seine Melodien und auch wiederholt durch den Gesang ins Geh�r f�llt. Imposant an dem Song ist der sp�t einsetzende Geschwindigkeitswechsel in dem mich der Gesang schon teilweise an Siouxsie Sioux (Siouxsie And The Banshees) erinnert, gepaart mit einem Schuss von Marion K�chenmeister (Invisible Limits). "Footloose and Steady" steht seinem Vorg�nger in nichts nach, zumal hier das Bassspiel von Rolf Althaus eindrucksvoll in den Vordergrund dr�ngt.
Ane Hebeisen (der Bund)
Nostalgie aus dem Computer
Wer sich die Musik von Magnetfisch anh�rt, dem wird gleich von mehreren Seiten Nostalgie zugef�chelt. Die zarten Beats aus dem Personalcomputer erinnern an eine Zeit, als beseelte Popmusik noch Trip-Hop genannt wurde, die schwerm�tigen Gitarren gemahnen eher an die zukunftsskeptische Romantik der Achtzigerjahre, und da sind auch Spurenelemente des Synthie-Pop aus selbiger Epoche auszumachen. Aus diesen Ingredienzen bosselt sich die Band eine ansprechende Form heutiger Popmusik zusammen.